Forschungsgruppe Deutsch + X: Didaktik für die Wissensgesellschaft

Leitung: PD Dr. Michael Woll

Sprache steht im Zentrum aller Prozesse von Weltaneignung, Wissensvermittlung und kreativer Weiterentwicklung von Ideen. Das gilt insbesondere in einer demokratischen Gesellschaft, die auf Aushandlungsprozesse zwischen den immer weiter spezialisierten Fachkulturen mehr denn je angewiesen ist. Seit dem Erfolg von ‚Large Language Models‘ erlangt die Frage immer größere Alltagsbedeutung: Informationen sind scheinbar unmittelbar und passgenau verfügbar, doch erst die Kompetenz in den Fachsprachen schafft Vertrauen in die Validität der Ergebnisse. Für die Deutschdidaktik erwächst daraus eine besondere Verantwortung, den Transfer zwischen den Fächern zu fördern.

Wer sich in der Lehramtsausbildung befindet, bringt neben dem Fach Deutsch das Studium mindestens einer weiteren Fachwissenschaft mit. Doch allzu oft bleibt es bisher dem Zufall überlassen, ob diese implizite Interdisziplinarität durch Lehrangebote, Projekte oder Praktika auch tatsächlich aktiviert wird. Hier setzt die Forschungsgruppe „Deutsch + X“ an, indem sie die Problematik neu von den Studierenden aus denkt: Ziel ist die Entwicklung eines Lehr- und Lernprogramms, das skalierbar und unabhängig von Partikularinitiativen funktioniert, indem es das „X“ als Variable versteht und sich stets nach den tatsächlich vorhandenen Fächerkombinationen richtet.